Am Sasso di Stria, zu deutsch Hexenstein, gibt es seid 2018 einen neuen Klettersteig. Die Via Ferrata Sottotenente Fusetti wurde dort von italienischen Gebirgsjägern angelegt. 2477 Meter hoch erhebt sich der Gipfel in den Dolomiten unweit des Falzarego Pass in der Provinz Belluno.

Genauer gesagt liegt der Hexenstein eigentlich zwischen dem Falzarego- und dem Valparolapass. Gegenüber türmt sich der mächtige Lagazuoi 2835 Meter steil auf. Wie viele andere Orte in den Dolimiten ist auch dieses Gebiet auf der Anhöhe Kriegs-geschichtlich geprägt.

Der gesamte Gipfel besteht quasi aus Stollen und Schützengräben aus dem Gebirgskrieg 1915 bis 1918. Aus dieser Zeit stammt auch die ehemalige Festung Tre Sassi direkt am Parkplatz, von wo aus man auf unterschiedlichen Wegen zum Gipfel hin aufbrechen kann. 

Der Hexenstein - Sasso di Stria
Der Eingang am Goiginger Stollen
Goiginger-Stellung am Hexenstein

Vom Valparolapass aus gelangt man auf dem Wanderweg zuerst einmal zurück Richtung Falzaregopass um nach wenigen hundert Metern dem schmalen unscheinbaren Pfad rechts aufwärts zu folgen. Wenig später steht man am Eingang zum ca. 500 Meter langen Goiginger-Stollen

Hierfür werden Helm und Stirnlampe unbedingt benötigt, da der Stollen größtenteils stock-dunkel ist. Am Anfang recht eng, wird der Stollen aber im Verlauf hin breiter und man kann ihn komplett aufrecht durchschreiten. An einigen Stellen finden sich kleine Nischen mit Fenstern zur Ostwand hin.

Hat man den Hexenstein durchquert, gelang man zur Goiginger-Stellung am Südfuß um dort dem Pfad durch den Geröllhang zu folgen. Wer sich diesen ganzen Weg ersparen will, kann übrigens direkt an der Festung Tre Sassi dem ausgeschilderten Weg zum Einstieg des Klettersteigs für ca. 20 Minuten folgen. Den „Umweg“ durch den Stollen sollte man sich aber eigentlich auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Jede Menge Edelweis am Südhang
Gedenkplakette Leutnants Mario Fusetti
In der Via Ferrata Sottotenente Fusetti

Der Klettersteig selber ist vom Einstieg aus nicht wirklich lang, dafür aber von den Soldaten sehr schön in den harten Fels angelegt. Mal steiler und mal flacher folgt die Via Ferrata Sottotenente Fusetti gekont dem Gelände. Viele natürliche Steigstufen bringen einen weiter aufwärts, es folgen Quergänge und wieder steilere Passagen. 

Ein wahres Klettersteigvergnügen bei dem es sich lohnt den harten und griffigen Dolomit-Fels zum Klettern gekonnt zu nutzen. Kurz vor dem Ausstieg folgt dann ein kurzer schwerer Teil ( B / C ), der aber auch für geübte Klettersteig-Geher kein Problem darstellt. 

Etwa 120 Höhenmeter überwindet der Klettersteig vom Einstieg bis zum Ausstieg in der Südflanke des Hexenstein. Vom Ausstieg aus sind es dann noch einige Höhenmeter mehr, die man zu Fuß zurücklegen muss. Man folgt dem „Normalweg“ hinauf, erneut vorbei an zahlreichen Stellungen und durch Schützengräben hindurch.

Harry im Anstieg
tolle Tiefblicke garantiert
Schützengräben hinauf zum Gipfel

Das ganze Szenario ist erstaunlich und erschreckend zugleich. Was die Soldaten einst hier in den Fels gehauen haben und unter was für Bedingungen dies geschehen sein muss!? Hoffentlich gibt es solche Zeiten nie wieder.

Wenn man recht früh im Jahr unterwegs ist, kann es sein das noch einige Restschneefelder den Weg versperren. In diesem Fall gilt es sich einen Weg über die Felsen zu suchen. Kurz vor dem Gipfel gelangt man an einen engen Kamin, den es auf Holzstufen und Stahlleitern zu bezwingen gilt.

Dann sind es nur noch wenige Meter durch haushohe Gräben die direkt bis unters Gipfelkreuz verlaufen. Normalerweise hat man vom Hexenstein aus einen fantastischen Ausblick. Allerdings spielte an diesem Tag das Wetter nicht ganz mit um z.B. bis zur Marmolada zu schauen.

Überreste alter Stellungen
Leiterpassage kurz vorm Gipfel
Am Gipfelkreuz des Hexenstein

Als Abstieg dient der Normalweg, welcher vom Parkplatz aus direkt bis zum Gipfel verläuft. Dabei hat man, wenn das Wetter mitspielt, einen tollen Fernblick in nordwestlicher Richtung. 

Das Bergpanorma ist, wie fast überall in den Dolomiten, faszinieren schön. Der Abstieg vom Gipfelkreuz bis zum Ausgangspunk dauert nochmal gut eine Stunde.

Tourinfo

Schwierigkeit

mittel

Streckenlänge

6,1 km

Dauer

2,5 Std

Aufstieg

449 m

Abstieg

453 m

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