Wer ist nicht gerne in der Region rund um Oberstdorf im Allgäu unterwegs? Wir fühlen uns dort wirklich sehr wohl und fahren häufiger in die Richtung, da es von uns aus in Fulda auch in wenigen Stunden gut zu erreichen ist. Und wenn man auf die Berge zu fährt sticht einem auf jeden Fall einer der Oberstorfer Hausberge jedes Mal ins Auge. Die Rede ist natürlich vom 1957 Meter hohen Rubihorn. Ein wunderschöner Berg, der schon länger auf meiner To-Do Liste stand.

Und im letzten Herbst war es dann endlich so weit. Während einem Kurzurlaub in Fischen im Allgäu gab es perfekte Wetterbedingungen und so wurde der Aufstieg von Reichenbach bei Oberstdorf aus angegangen. Von Fischen benötigt man nur wenige Fahrminuten bis zum Parkplatz Gaisalpe, welcher am frühen Morgen schon gut gefüllt war. Aber kein Wunder, es war der 2. Oktober und wie schon erwähnt, bestes Wetter für eine ausgedehnte Bergtour.

Nach dem die Bergstiefel geschnürt und der Rucksack perfekt auf dem Rücken saß, ging es auch schon los.  Für den Aufstieg bis zur Gaisalpe kann man zwei Wege wählen, entweder man folgt der befestigten Fahrstraße, oder man nimmt den deutlich steileren Aufstieg entlang des Gaisalpbach durch den Gaisalptobel. Der zunächst noch breite Schotterweg wird etwas später zu einem schmaleren Pfad und man gelangt über Felsstufen und teils befestigte Brücken und Treppen schnell aufwärts. Da es an diesem Tag sehr warm werden sollte, genossen wir noch die kühlen Temperaturen in Bachnähe.

steiler Anstieg am Gaisalpbach
Almwiese mit landwirtschaftlichem Anwesen
noch liegt die Gaisalpe im Schatten

Die Ausgangshöhe am Parkplatz Gaisalpe ist 883 Meter. Verlässt man den Wald oberhalb des Gaisalptobel hat man bereits 250 Höhenmeter zurückgelegt. Also fast schon ein Viertel des gesamten Aufstiegs. Kurz erhascht man einen Blick hinüber zur Gaisalpe, die am Morgen noch im Schatten lag. Leider wussten wir zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, dass an diesem Tag Ruhetag war, und wir später gar kein kühles Radler auf der Terrasse vor der Alpe genießen konnten. Aber zunächst lässt man die Gaisalpe eh links liegen und folgt dem Pfad durch eine Almwiese hindurch weiter bergauf. 

Am oberen Rand der Almfläche steht ein Wegweiser, laut dem es noch 2,5 Stunden bis zum Gipfel des Rubihorn sind und noch gut eine Stunde zum wunderschönen Gaisalpsee. Also nichts wie weiter. Es folgt ein kurzes Waldstück mit teils altem Nadelholzbestand und der Weg wird zunehmen felsiger und an manchen Stellen auch wurzelig. Hat man das Waldstück hinter sich gelassen, findet man sich in einem etwas offeneren Gelände wieder, das von Felsen und Latschenkiefern geprägt ist. Der Weg lässt sich sehr gut laufen und ist nur wenig anspruchsvoll. 

Das wiederum soll aber niemanden veranlassen, auf gute Ausrüstung wie stabile Bergstiefel zu verzichten. Leider hat man an diesem Tag wieder viele Menschen gesehen, die für solch eine Bergtour nicht richtig ausgerüstet gewesen sind. Bis auf Flip-Flops war wirklich alles dabei. Auch wenn der Weg bis zum Gaisalpsee für geübte Bergwanderer nicht sehr anspruchsvoll ist, so bewegt man sich doch in alpinem Gelände. Wo es nötig ist wurde der Bergweg zusätzlich mit Stufen oder Drahtseilen versichert. Denn auch bis zum See gibt es Stellen, die eben doch etwas schwieriger sind. Stürzen oder wegen ungeeignetem Schuhwerk umknicken will man da garantiert nicht.

freier Blick auf die steile Nordwand des Rubihorn
Blick zurück ins Tal
Danke an die DAV Sektion Oberstdorf

Kurz bevor man den Gaisalpsee erreicht, gilt es noch einen kurzen aber deutlich steileren Anstieg zu bewältigen. Es folgen einige Serpentinen mit befestigten Stufen. Wer vorher noch nicht ins Schwitzen gekommen ist, wird es spätestens hier. Zumal uns hier eh schon die wärmende Herbstsonne erreicht hat, und wir größtenteils in voller Sonne gen Gipfelkreuz aufsteigen. Etwas mehr als 100 Höhenmeter sind es noch bis ans Ufer des Unteren Gaisalpsees. Der Obere Gaisalpsee ist deutlich kleiner und liegt nochmal gut 200 Höhenmeter weiter oben, grob in Richtung Nebelhorn.

Wer von Reichenbach aufs Nebelhorn aufsteigen will, kann ab dem Unteren Gaisalpsee der Beschilderung Richtung Oberem Gaisalpsee folgen und gelangt dann via Geisfuß (1981 m) und Großem Gundkopf (2062 m) weiter zum Nebelhorn (2224 m). Alle diese Berge zählen übrigens, wie auch das Rubihorn, zur sogenannten Daumengruppe. Wir genossen zunächst aber eine kurze Verschnaufpause am Ufer des türkisfarbenen Gaisalpsee, in dem sich das Rubihorn sehr sehenswert spiegelte. Auf Grund der warmen Temperaturen sprangen währenddessen zahlreiche Wanderer in das kühlende Nass.

Wer möchte, kann den See auf einem Pfad einmal umrunden. Für uns ging es nach der Stärkung aber am Süd-Ost-Ufer dem Bergweg folgend hinauf in eine Art Hochtal zwischen Rubihorn und Gaisalphorn (1953 m). Zunächst gelangt man wieder durch Latschenkiefern, welche kaum Schatten spenden, hindurch. Der Anstieg ist auch hier, bis auf wenige Stellen noch sehr moderat und lässt sich gut laufen. Aber je weiter man bergauf gelangt und der Blick die Umgebung erfasst, desto bewusster wird einem, es wird bald deutlich steiler.

Felsen und Latschenkiefern säumen den Weg
erneuter Blick auf die Nordwand des Rubihorn
Ankunft am Unteren Gaisalpsee

Denn vom See bis hinauf zum Gipfelkreuz sind es ja immer noch mehr als 400 Höhenmeter, die bewältigt werden wollen. Dank der zahlreichen Wanderer vor uns, lässt sich der Wegverlauf sehr gut erkennen. Aber verlaufen kann man sich hier eh so gut wie nicht. Zumindest bei dem herrlichen Wetter nicht. Der Weg folgt nun, über zahlreiche Kehren hinauf, direkt auf eine Felswand zu. Ab hier wird es dann auch deutlich anspruchsvoller.

Trittstufen, Stahlstifte und einige Drahtseile helfen einem dabei, die ein oder andere Passage gekonnt zu meistern. Wenig später steht man dann an einer Weggabelung, von der aus man einen grandiosen Blick hinab auf Oberstdorf genießt. Zur linken Seite verläuft der Bergweg hinüber zum Niedereck und weiter zum Gaisalphorn. Zur rechten Seite folgt ein etwas ausgesetzter Wegabschnitt, welcher mit einem Drahtseil versichert ist, um Felsen herum hinauf zum Gipfel des Rubihorn auf 1948 Metern.

Der Ausblick von hier oben ist grandios und die Fernsicht schier unendlich. Das stimmt zwar nicht ganz, aber es scheint als kann man ewig weit schauen. Bestens zu erkennen sind natürlich der Entschenkopf (2043 m) sowie das Nebelhorn. Aber auch der markante Gipfel des Hochvogel (2592 m) ist nur schwer zu übersehen. Den Blick hinab auf den Gaisalpsee sollte man sich auch nicht entgehen lassen. An den steilen Kanten ist dafür aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Vorteil. 

Rubihorn und Unterer Gaisalpsee
steiler Anstieg kurz vorm Gipfel
Blick hinab nach Oberstdorf

ach dem man sich vom Blick auf die Allgäuer Hochalpen und den dazugehörigen Tälern in Sichtweite sattgesehen hat, gilt es allmählich den Abstieg in Angriff zu nehmen. Denn es will ja noch die selbe Strecke abwärts bewältigt werden. Zumindest nahezu die selbe Strecke. Hat man die kniffligen Stellen unterhalb des Gipfels und das folgende steilere Stück bewältigt, gelangt man relativ zügig zurück an den Gaisalpsee. Jetzt am Nachmittag ist das Licht der herbstlichen Sonne grandios und veranlasst uns, die Szenerie noch etwas auf uns wirken zu lassen.

Danach geht es auf das Stück hinab zur Gaisalpe bis zur Weggabelung oberhalb der Almfläche. Denn ab hier gibt es einen direkten Wanderweg hinüber zur Alpe. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir ja noch davon aus, das wir dort ein kühles Radler bekommen. Das dem nicht so ist, bemerkten wir wenig später. Der Weg, durch den schattenspenden Wald, ist zwar hier und da von Wurzeln übersäht, lässt sich aber in trockenem Zustand bestens laufen.  

Nach dem wir auf der Terrasse des Berggasthof Gaisalpe noch eine kurze Rast eingelegt hatten, um die letzten Reste unserer Verpflegung zu vertilgen und noch etwas Wasser zu trinken, ging es dann schlussendlich wieder hinab zum Ausgangspunkt am Wanderparkplatz. Diesmal allerdings nicht durch den Gaisalptobel am Gaisalpbach entlang, sondern via befestigter Zufahrtsstraße. Diese lässt sich bergab dann doch etwas angenehmer laufen, erst recht nach einem langen Tag mit ordentlich Höhenmetern in den Beinen. 

Ausgesetzter Wegabschnitt kurz vorm Gipfel
Blick zum Nebelhorn und Hochvogel
Viel Betrieb am Gipfelkreuz

Tourinfo

Schwierigkeit

schwer

Streckenlänge

14,5 km

Dauer

6,5 Std

Aufstieg

1110 m

Abstieg

1107 m

GPS Download

KEIN GPX-NAME VORHANDEN  GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten