Das Eisenach in Thüringen viel zu bieten hat, ist weithin bekannt. Jeder kennt die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Wartburg, auf der Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Aber auch der Thüringer Wald an der südlichen Stadtgrenze hat sehr viel zu bieten und ist bei Wanderern sehr beliebt.

Die Drachenschlucht ist ein beliebtes und beeindruckendes geologisches Naturdenkmal und schlängelt sich durch das Annatal, die südliche Verlängerung des Marientals. Die ca. 3 Kilometer lange Schlucht verläuft zwischen der Auffahrt zum Waldhaus Sängerwiese und dem ehemaligen Jagdschloss Hohe Sonne am Rennsteig. Die Klamm selber ist nur etwa 200 Meter lang.

Über Jahrmillionen hat sich das Wasser des Bachs in den Fels geschnitten und somit atemberaubende Felsformationen hinterlassen. Die Linien und Kanten ergeben einen tollen Anblick, in der zum Teil nur 70 Zentimeter breiten Klamm. Aber auch die weniger bekannte Landgrafenschlucht auf der anderen Seite der B 19 lohnt sich ebenfalls für einen Ausflug, oder man erkundet eben beide Schluchten auf einer Rundwanderung.

Abstieg vom Königstein
Pilze am Bachlauf in der Landgrafenschlucht
Anstieg in der Landgrafenschlucht

Zwischen dem Stadtrand und dem Eingang zur Drachenschlucht gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten, von denen man direkt auf eine Wanderung in der Region starten kann. An Wochenden und an Feiertagen ist hier immer sehr viel los. Man sollte dies bei der Anreise und der Suche nach einem Parkplatz mit einbeziehen.

Direkt hinter einem kleinen Teich erhebt sich der Königstein, eine Felsformation auf der sich wohl mal eine kleine Wallburg befunden haben soll. Der schmale Pfad schlängelt sich nach oben und man trifft dort auf eine große Tafel, welche dem Oberforstrat Dr. Gottlob König gewidmet ist. 

Kaum hat man einige Höhenmeter erklommen folgt ein kurzer Abschnitt auf etwas breiteren Wegen, gefolgt von einige Stufen wieder hinab und hinein in die Landgrafenschlucht. Zu Beginn ist diese Schlucht noch recht breit wird aber im Verlauf zunehmend schmaler. Ein kleiner Bachlauf verläuft am Wegesrand und an wenigen Stellen ist ein Drahtseil angebracht. Gelegentlich finden sich auch kleine Treppen und Stege die das Begehen erleichtern.

schmaler Pfad zum Großen Drachenstein
Aussichtpunkt unweit des Großen Drachenstein
alte Eiche am Großen Drachenstein

Der Wanderweg gewinnt zunehmend an Höhe und verläuft auf tollen Passagen hinauf zum Großen Drachenstein ( 471 m ), der höchsten Erhebung auf der Tour. Hier finden sich sehr alte Eichen und an einem Aussichtspunkt reicht der Blick zum Großen Hörselsberg und bis zum Inselsberg.

Allmählich geht es danach wieder abwärts und der nun breitere Weg bietet stellenweise tolle Ausblicke auf den umgebenden Wald. Man befindet sich nun oberhalb der zahlreichen Felswände, die man zu Beginn der Tour noch in der Landgrafenschlucht bewundert hat.

Ein tolles Wandererlebniss für Groß und Klein und alleine für diese Runde lohnt sich ein Beusch in der Region. Für uns ist es jedoch erst die Hälfte der geplanten Tour und so folgt der nun spektaküläre Abschnitt durch die Drachenschlucht. Hat man die B 19 überschritten geht es auch schon hinein ins nächste Abenteuer. Am Eingang in die Klamm findet sich, neben einem kleinen Tümpel, eine Art Torbogen mit einem geschnitzten Schriftzug und einem dunklen Drachen.

Tolle Aussicht auf die verborgenen Schluchten
großer Felsen kurz vor der Drachenschlucht
am Eingang zur Drachenschlucht
Gut 500 Meter sind es nun noch bis zur beeindruckenden Klamm. Auch hier ist, wie zu Beginn auch in der Landgrafenschlucht, der Weg noch recht breit. Aber das ändert sich schnell im Verlauf und die Felswände kommen immer näher und werden deutlich höher. In südlicher Richtung geht es weiter hinein bis zu einer hoch aufragenden Felswand an der ein übergroßes „A“ zu erkennen ist. Man könnte meinen es bedeutet Annatal, wie der südliche Teil des Mariental heißt durch die die Drachenschlucht verläuft. Aber weit gefehlt. Es ist zu Ehren Königin Anna der Niederlande dort angebracht. Intressierte finden auf zahlreichen Webseiten mehr Informationen dazu. Der Name Drachenschlucht beruht übringens auf einer alten Sage, nach der hier ein riesiger Lindwurm gehaust haben soll. Im 19 Jahrhundert wurde die Schlucht, welche damals plump Steingraben genannt wurde, für Spaziergänger und Wanderer begehbar gemacht.
die beeindruckende Klamm
Linien und Kanten in der schmalen Klamm
Moose und Farne an den Felswänden

Heut zu Tage bringen Gitterstege über dem Bachlauf den Besucher sicher durch die wildromantische Klamm. Die Felswände sind überwiegend mit Moosen und Farnen bewachsen und das Wasser, welches die Klamm in Jahrmillionen formte, hat aberwitzige Formen und Linien im Gestein hinterlassen. 

An der engsten Stelle sind die Wände nur schulterbreit von einander entfernt. Wer mit Platzangst zu tun hat, kommt hier sicherlich an seine Grenzen. Hat man einen Tage mit vielen Besuchern erwischt, welche aus beiden Seiten in die Drachenschlucht strömen, kann es sich gerade an den engen Stellen schnell stauen. 

Nach etwa 200 Metern wird das Gelände wieder deutlich offener und der eigentlich Wanderweg verläuft hinauf zum ehemaligen Jagdschloss Hohe Sonne am Rennsteig. Viel schöner sind jedoch die schmalen Pfad abseits des Normalwegs. Wenige Meter hinter der Klamm führt einer davon rechts den Hang hinauf und bringt einen auf den alten Forstweg etwas oberhalb.

schmaler Pfad zur Sängerwiese
an den Knöpfelsteichen
11 m hohe Felswand an der Elfengrotte

Wenig später folgt man dann in nördlicher Richtung einem Forstweg hinüber zu den Knöpfelsteichen. Diese erreicht man über einen weiteren Pfad, nachdem man den breiten Weg wieder verlassen hat. Zu den Knöpfelsteichen gehören insgesamt 4 Teiche an dessen Ufern sich eine Kurze Rast anbietet. Wer noch keine Pause benötigt folgt der Beschilderung weiter zur Elfengrotte.

Die Elfengrotte gehört zu einer etwa 11 Meter hohen Felswand unweit der Teiche. Wasser rinnt hier über bemooste Felsen und die ganze Szenerie hat etwas verwunschenes. So erklärt sich wohl auch der Name der Elfengrotte. Ein bezaubernder Ort  in Mitten faszinierender Natur zwischen Drachenschlucht und Sängerwiese.

Hat man die Grotte ausgiebig erkundet nimmt man entweder den breiten Anstieg, oder man folgt einem kaum scheinbaren Pfad zwischen den Felsen hindurch hinauf in den Wald oberhalb der Felswand. Danach wird der Wanderweg zunächst erst wieder etwas breiter um man folgt dem Weg hinüber zur Wald- und Wanderherberge Sängerwiese wo man sich eine leckeres Radler sowie eine original thüringische Rostbratwurst auf keinen Fall entgehen lassen sollte. 

befestigte Treppe zwischen Felswänden an der Sängerwiese
aussichtsreicher Waldpfad
Felsen wie Sand am Meer

Von der Sängerwiese aus geht es nochmal in nördlicher Richtung weiter um zu einer Anhöhe Namens Wartburgblick zu gelangen. Und dieser Wegabschnitt hat es nochmal so richtig in sich. Es geht bergab, bergauf und zwischen weiteren Felsformationen hindurch oder direkt an den Felswänden entlang.

Eine wahre Wonne sich auf diesen Pfaden fortzubewegen und die Natur zu erkunden. Es folgen die Donar- und die Eliashöhle. Beides sind kleine Spaltenhöhlen, die sich in den Felsen am Wegesrand verbergen. In einem Bogen gelangt man dann um den Wartburgblick herum, um wenig später den Anstieg hinauf zu meistern.

Zwischen einigen alten Eichen hindurch hat man einen fantastischen Blick auf die nur wenige hundert Meter entfernte Wartburg. Und in der entgegengesetzten Richtung Erblickt man den Wald des seit 2015 ausgewiesenen Naturschutzgebiets Wälder mit Schluchten zwischen Wartburg und Hoher Sonne.

alte Eichen säumen den Anstieg zum Wartburgblick
Blick hinüber zur Wartburg
Kletterfelsen an der Eisenacher Burg

Das letzte Highlight der Rundwanderung im Süden von Eisenach ist die so genannte Eisenacher Burg. Nur knapp 500 Meter vom Aussichtpunkt Wartburgblick entfernt findet sich diese mittelalterliche Höhenburg, von der nur noch Reste im Gelände erkennbar sind.

Auf tollen schmalen Trails kann man auch diese Anhöhe erkunden und den Ausblick von einen weiteren Aussichtspunkt genießen. Man erblickt hier das Mariental und Teile von Eisenach. Auch das markante Burschenschaftsdenkmal in unmittelbarer Ferne ist gut auszumachen.

Danach geht es allmählich zum Ausgangspunkt an der B 19 zurück. Der Abstieg führt am Fuß der Felswänden der Eisenacher Burg entlang, an denen sich einzelne Sportkletterrouten finden. Im Mariental angekommen lässt man das Ausflugslokal Phantasie mit seinem Biergarten links liegen und erreicht wenig später den Parkplatz. 

Tourinfo

Schwierigkeit

mittel

Streckenlänge

20,5 km

Dauer

5,5 Std

Aufstieg

644 m

Abstieg

651 m

GPS Download

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