Steiler Anstieg zum Riemannhaus

Ein Anstieg der Kondition, Trittsicherheit und Durchhaltevermögen verlangt. Schritt für Schritt windet sich der Weg durch felsiges Gelände

direkt hinein ins Schotterkar

Start am Wanderparkplatz Sandten

Nach einer langen Anreise von Fulda aus an München vorbei ins Salzburger Land parkten wir unser Auto am kostenfreien Parkplatz Sandten oberhalb von Maria Alm. Maria Alm ist eine Gemeinde des Pinzgaus mit etwas mehr als 2000 Einwohnern etwa 5 Kilometer östlich von Saalfelden am Steinernen Meer. Während man mit dem Auto zunächst dem Griesbach hinauf in Richtung Parkplatz fährt, wandert der Blick unweigerlich die steilen Felsflanken hinauf bis zur Ramseider Scharte zwischen Breithorn (2504 m) und Sommerstein (2306 m). Irgendwo dort liegt das erste Zwischenziel des Tages. Die Rede ist vom wunderbaren Riemannhaus auf 2177 Metern. Ein wunderbarer, zugleich aber auch ehrfurchtgebietender Anblick eröffnet sich beim Blick auf die mächtigen Berge, die das Steinerne Meer umrahmen. 

Schon am Vormittag, bei Temperaturen von deutlich über 20 Grad, wird klar, dass der bevorstehende Aufstieg schweißtreibend wird. Mehr als 1000 Höhenmeter sind zu bewältigen und dabei ist das erst die Hälfte der Strecke. Nach einer kurzen Verschnaufpause am Riemannhaus geht es weiter in Richtung Ingolstädter Haus. Noch einmal liegen 8 bis 9 Kilometer vor einem, gespickt mit zusätzlichen gut 600 Höhenmetern, die Kraft und Ausdauer fordern. Jeder Schritt verlangt Konzentration, doch die eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft entschädigt für die Mühen. All das nimmt man auf sich, um am nächsten Morgen früh aufzubrechen, Alpenvögel für den LBV auf einer Strecke im Steinernen Meer zu kartieren und anschließend den langen Abstieg nach Maria Alm anzutreten, bevor es schließlich wieder zurück nach Hause geht.

Ein bisschen verrückt muss man wohl sein. Doch was tut man nicht alles freiwillig, um Zeit in den Bergen zu verbringen, beim Monitoring von Hochgebirgsvögeln zu helfen und die eigene Partnerin sicher durch anspruchsvolles Gelände zu begleiten. Die Mischung aus Abenteuer, Naturerlebnis und gemeinsamer Herausforderung macht den Reiz solcher Unternehmungen aus.

Beim ersten Besuch im Steinernen Meer führte uns der Weg von Weißbach bei Lofer über den Dreißbach-Stausee hinauf zum Ingolstädter Haus, bevor wir am nächsten Tag via Kärlingerhaus zum Königssee abstiegen. Eine eindrucksvolle Tour, die in Erinnerung geblieben ist aber auch eine, die man nicht unbedingt jedes Mal auf die gleiche Weise wiederholen möchte.

So fiel die Wahl in diesem Jahr bewusst auf eine neue Route, der Aufstieg von Maria Alm. Eine abwechslungsreiche Alternative, die nicht nur neue Perspektiven auf die vertraute Bergwelt eröffnet, sondern auch den Reiz des Unbekannten mit sich bringt. Jeder Weg erzählt schließlich seine eigene Geschichte und genau das macht den besonderen Zauber solcher Touren aus.

Blick zum Watzmann

Strammer Start

Hinauf zum Versorgungslift

Der Startpunkt liegt, wie bereits erwähnt, oberhalb des Griesbachwinkls bei Maria Alm, gut geschützt im Wald. Doch anders als bei vielen Touren gibt es hier kein gemütliches Einlaufen. Der Anstieg fordert von der ersten Minute an. Kaum hat man den Wald hinter sich gelassen, führt der Weg direkt in ein Schotterkar, wo Konzentration und Kraft gleichermaßen gefragt sind.

Über eine grobe Schotterpiste geht es zügig bergauf. Der feine Untergrund gibt unter den Füßen nach, jeder Schritt will sauber gesetzt sein. Schon in den ersten Kehren wird deutlich, Höhe gewinnt man hier nicht nebenbei. Die Steigung bleibt konstant hoch, Passagen mit 20 bis 30 Prozent sind keine Ausnahme. In engen Serpentinen zieht sich der Weg durch das Kar, und besonders bei trockenem, rutschigem Schotter ist Trittsicherheit unerlässlich.

Trotz der Anstrengung lohnt es sich, immer wieder innezuhalten, sei es für einen kurzen Blick nach oben in die beeindruckende Bergkulisse oder zurück ins Tal. Mit jedem Höhenmeter öffnet sich der Blick weiter, das Pinzgauer Tal sinkt sichtbar in die Tiefe und vermittelt eindrucksvoll, wie schnell man an Höhe gewinnt. 

Nach gut eineinhalb Kilometern und rund 350 überwundenen Höhenmetern erreicht man die "Talstation" des Versorgungslifts. Hier bietet sich eine erste Gelegenheit für eine kurze Verschnaufpause, wohlwissend, dass der anspruchsvollere Teil der Route erst noch bevorsteht.

Jetzt wird es deutlich steiler

Übergang in alpineres Gelände Richtung Riemannhaus

Nach dem kräftezehrenden Einstieg im Schotterkar bleibt der Weg zunächst seinem Charakter treu. Steil, direkt und fordernd. Doch mit zunehmender Höhe verändert sich der Untergrund spürbar. Der lose, rutschige Schotter geht nach und nach in festeren, teils felsdurchsetzten Boden über. Der breite Weg ist nun zu einem schmalen Pfad geworden und wirkt nun klarer definiert. Der Steig ist deutlich erkennbar, oft in den Hang hineingelegt und gut zu begehen, sofern man seinen Schritt bewusst setzt. Nach gut 300 Metern und nicht ganz 100 weiteren Höhenmetern wird es das erste Mal ausgesetzt. Ein schmaler drahtseilversicherter Pfad zieht für einige Meter entlang der Felsflanke, wo sich an einem schattigen Plätzchen eine kleine Bank mit grandioser Aussicht ins Tal findet. Nach einer kurzen Stärkung im Schatten setzt man den Aufstieg fort. Zunächst bleibt der Weg noch einmal spürbar steil und verlangt auf den nächsten rund 100 Höhenmetern weiterhin Kraft und Konzentration, bevor das Gelände allmählich wieder etwas nachgibt. In zahlreichen Serpentinen gewinnt man weiter an Höhe und quert dabei mehrfach den Verlauf des Versorgungslifts.

Vereinzelt begleiten Latschenkiefern den Weg, die sich an den steinigen Untergrund klammern und für kurze Abschnitte etwas Struktur in die karge Umgebung bringen. Mit jedem Schritt rücken die steilen Flanken des Breithorns näher heran. Die Landschaft wirkt zunehmend eindringlicher, fast ein wenig einschließend, bis man schließlich eine kesselartige Mulde erreicht. Hier bündelt sich der weitere Anstieg und kündigt bereits den anspruchsvollsten Abschnitt an. Aus diesem Kessel heraus zieht der Steig deutlich steiler nach oben. Der Weg ist hier fast durchgehend mit Drahtseilen gesichert und führt über zahlreiche in den Fels gesetzte Stufen. Trittsicherheit ist in diesem Abschnitt unerlässlich, und auch Schwindelfreiheit sollte vorhanden sein, da das Gelände deutlich exponierter ist als zuvor. Gerade bei Gegenverkehr kann es in den engeren Passagen schnell knapp werden. Dann heißt es, vorausschauend zu gehen und an geeigneten Stellen kurz auszuweichen, bis die entgegenkommenden Wanderer passiert haben.  Schon bald liegt ein spannender aber auch sehr lohnenswerter Anstieg hinter einem und es geht bis zum Riemannhaus wieder deutlich gemäßigter zu. 

Hat man den versicherten, steileren Abschnitt hinter sich gelassen, verändert sich der Charakter des Weges erneut. Das Gelände bleibt zwar eindeutig alpin, ist aber etwas offener und weniger gedrängt als im unteren Teil. Der Steig zieht nun in moderater Steigung weiter bergauf, häufig über festen, teils plattigen Untergrund, der ein flüssigeres Gehen ermöglicht. Linker Hand baut sich das Breithorn (2504 m) nun besonders eindrucksvoll auf. Seine steilen, grauen Felsflanken rücken erneut nah heran und begleiten den weiteren Wegverlauf wie eine massive Wand. Je nach Perspektive wirkt es mal abweisend und schroff, dann wieder fast greifbar nah, ein ständiger Begleiter auf diesem Abschnitt.

Rechter Hand bzw. leicht voraus prägt der Sommerstein (2308 m) das Bild. Sein markant aufragender Gipfel hebt sich deutlich aus der Umgebung ab und dient beinahe als natürlicher Orientierungspunkt. Durch seine Form wirkt er aus der Nähe noch prägnanter und verleiht der Landschaft eine besondere Dramatik. Der Weg selbst verläuft nun in längeren Querungen und sanften Serpentinen durch das felsdurchsetzte Gelände. Immer wieder passiert man kleinere Geländestufen und flachere Passagen, die kurze Verschnaufpausen ermöglichen. Die Steigung ist weiterhin spürbar, aber gleichmäßiger. Man findet einen Rhythmus und kann die Umgebung bewusster wahrnehmen.

Mit der erreichten Höhe öffnet sich der Blick noch weiter nach hinten ins Pinzgauer Tal, während nach vorne langsam ein neues Ziel sichtbar wird. Zunächst kaum erkennbar, dann immer deutlicher hebt sich das Riemannhaus aus der Felslandschaft ab. Es wirkt anfangs fast unscheinbar zwischen den grauen Strukturen, doch mit jedem Schritt wird seine exponierte Lage klarer. Auf einem markanten Felsrücken gelegen, scheint es über dem Gelände zu thronen. Ein Ziel, das nun greifbar nah erscheint, auch wenn sich der Weg in einigen letzten Bögen noch dorthin hinaufzieht.

Zwischen Steinernem Meer und alpiner Weite

Am Riemannhaus – Aussicht in alle Richtungen

Am Ende dieses eindrucksvollen Aufstiegs erreicht man schließlich das Riemannhaus. Seine Lage ist außergewöhnlich. Eingebettet zwischen den schroffen Strukturen des Steinernen Meeres eröffnet sich hier ein nahezu grenzenloses Panorama, vom tief unter einem liegenden Pinzgauer Tal bis hin zu den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen mit dem markanten Watzmann am Horizont. Das Haus selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts als Stützpunkt für Alpinisten errichtet, bis heute hat es sich diesen ursprünglichen Charakter bewahrt.

Trotz seiner abgeschiedenen Lage ist die Hütte hervorragend ausgestattet. Neben gemütlichen Gasträumen und einer einladenden Sonnenterrasse stehen zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Vom klassischen Matratzenlager bis hin zu Mehrbettzimmern, insgesamt für rund 90 bis 100 Gäste. Besonders bemerkenswert ist ein Detail, das man in dieser Höhe kaum erwarten würde. Sollten die eigenen Schuhe den Aufstieg nicht unbeschadet überstanden haben oder schlicht nicht mehr ausreichen, besteht hier tatsächlich die Möglichkeit, Wanderschuhe zu erwerben. So wird das Riemannhaus nicht nur zum aussichtsreichen Rastplatz, sondern auch zu einem überraschend vielseitigen Stützpunkt mitten im Hochgebirge.

Hohe Berge und endlose Felslandschaften

Bilder der Wanderung im Steinernen Meer

Blick vom Parkplatz bei Maria Alm zum Breithorn und Sommerstein
Blick zurück ins Pinzgauer Tal
schmaler Grat über dem Versorgungslift
der schmale Pfad folgt den Felswänden
im steilen alpinen Steig zum Riemannhaus
Blick auf die Berge um das Pinzgauer Tal
Trittstufen im Aufstieg
Das Riemannhaus kommt neben dem Sommerstein in Sicht
Das Riemannhaus unterhalb des Sommerstein
Blick zum Schönegg
Wegmarkierung im Steinernen Meer
Blick ins Steinerne Meer
Großer Hundstod und Watzmann am Horizont
Wegverlauf über Altschneefelder
Blick zur Schönfeldspitze
das Ziel ist vor dem Großen Hundstod kaum auszumachen
das Ingolstädter Haus
Sonnenuntergang mit Blick auf die Leoganger Berge

Übergang durch die Ramseider Scharte

Einstieg ins Steinerne Meer

Hinter dem Riemannhaus beginnt ein spürbarer Übergang, nicht nur im Gelände, sondern in der gesamten Wahrnehmung der Landschaft. Der Steig führt zunächst leicht ansteigend in Richtung der Ramseider Scharte, einem markanten Einschnitt, der wie ein Tor in das Steinerne Meer wirkt. Noch begleiten einen vereinzelte Graspolster und letzte alpine Pflanzen, doch mit jedem Schritt werden diese seltener, bis sie schließlich fast vollständig verschwinden. An der Ramseider Scharte selbst öffnet sich der Blick nach Norden und damit in eine völlig neue Welt. Was sich vor einem ausbreitet, wirkt auf den ersten Blick fast unwirklich. Eine endlose, graue Hochfläche aus Kalkstein, zerfurcht, strukturiert und von bizarren Formen geprägt. Hier beginnt das Steinerne Meer in seiner ganzen Dimension.

Der Weg führt nun über das Karstplateau und verlangt eine angepasste Aufmerksamkeit. Anders als auf klassischen Bergpfaden gibt es hier keinen durchgehend ausgetretenen Steig. Stattdessen orientiert man sich an roten Markierungspunkten auf den Felsen sowie an einigen Steinmännchen, die den Verlauf zuverlässig anzeigen. Bei guter Sicht ist die Orientierung problemlos, doch gerade bei Nebel kann die Weite schnell täuschen. Unter den Füßen wechselt der Untergrund ständig. Mal griffige, plattige Felsflächen, die ein zügiges Vorankommen erlauben, dann wieder scharfkantige, blockige Abschnitte, die Konzentration und saubere Trittarbeit erfordern. Dazwischen liegen immer wieder Dolinen, trichterförmige Vertiefungen im Karst, sowie schmale Rinnen und Spalten, die den Wegverlauf abwechslungsreich, aber auch fordernd machen.

Das Gelände ist dabei nie extrem steil, sondern eher sanft kupiert. Kleine Gegenanstiege wechseln sich mit flacheren Passagen ab, ohne dass man das Gefühl hat, wirklich an Höhe zu verlieren oder zu gewinnen. Gerade diese scheinbare Gleichförmigkeit kann täuschen und macht die Distanz oft schwer einschätzbar. Mit dem Eintritt in diese Landschaft verändert sich auch die Atmosphäre spürbar. Die Geräuschkulisse reduziert sich auf ein Minimum. Kein Wasserrauschen, kaum Tiergeräusche, oft ist nur noch der Wind zu hören, der über die Felsflächen streicht, begleitet vom rhythmischen Klang der eigenen Schritte auf dem Kalk. Es ist diese Kombination aus Weite, Stille und rauer Struktur, die das Steinerne Meer so besonders macht, eine Landschaft, die weniger durch einzelne Höhepunkte lebt, sondern durch ihre schiere, eindrucksvolle Präsenz.

Auf und Ab

Unterwegs durch die Weite

Nach dem Übergang durch die Ramseider Scharte folgt man dem Verlauf des Eichstätter Weges, der sich als einer der klassischen Durchquerungswege durch das Steinerne Meer zieht. Der Steig ist dabei nie im klassischen Sinne „ausgetreten“, sondern ergibt sich aus einer Abfolge von Markierungen, die einen sicher über das weitläufige Karstplateau führen. Zu Beginn quert der Weg in leichtem Auf und Ab über sanft gewellte Felsflächen. Dabei hält man sich tendenziell nordwärts, wobei die Route immer wieder geschickt natürlichen Strukturen folgt. Flacheren Platten, Mulden oder kleinen Rücken, die das Vorankommen erleichtern. Die Linienführung wirkt fast logisch, als hätte sich der Weg den besten Verlauf durch diese karge Landschaft selbst gesucht. Unter den Füßen wechseln sich griffige Kalkplatten mit scharfkantigem Blockwerk ab. Konzentration bleibt demnach konstant erforderlich, da es kaum gleichmäßige Passagen gibt.

Zur Orientierung dienen vor allem die umliegenden Gipfel. Blickt man nach Norden, dominiert der Watzmann (2713 m) mit seiner markanten Silhouette das Panorama. Seine Ostwand wirkt aus dieser Perspektive besonders eindrucksvoll und scheint fast über dem Steinernen Meer zu wachen. Etwas weiter östlich und südlich begleiten die Gipfel rund um den Funtenseetauern (2578 m) den Wegverlauf, weniger dominant, aber dennoch prägende Fixpunkte in der Weite. Im Westen erhebt sich das Ahlhorn (2468 m) mit seinen Ausläufern. Mit zunehmender Strecke nähert man sich langsam dem Bereich der Wegscheid. Der Weg bleibt dabei abwechslungsreich, ohne jemals wirklich steil zu werden. Stattdessen sind es die vielen kleinen Gegenanstiege, die in Summe fordern. Immer wieder steigt man über kurze Stufen an, nur um wenig später wieder leicht abzufallen. Ein stetiges Auf und Ab, das sich erst über die Distanz bemerkbar macht.

Die Dimension dieser Landschaft ist dabei allgegenwärtig. Entfernungen lassen sich schwer einschätzen, Ziele wirken oft näher, als sie tatsächlich sind. Orientierungspunkte verändern ihre Wirkung nur langsam, und der Fortschritt misst sich weniger in sichtbarer Annäherung als in der Zeit und den eigenen Schritten. Was diese Passage zusätzlich prägt, ist ihre karge Konsequenz. Schatten ist nahezu nicht vorhanden, da Bäume oder größere Strukturen fehlen. Wasserstellen sucht man vergeblich. Die Sonne steht oft ungeschützt über dem Plateau, während der Wind ungehindert über die Fläche streicht. Eine gute Planung, insbesondere ausreichend Wasser und Sonnenschutz, ist hier entscheidend. So zieht sich der Eichstätter Weg durch diese scheinbar endlose Steinlandschaft bis in den Bereich der Wegscheid, ein Abschnitt, der weniger durch einzelne Höhepunkte besticht, sondern durch seine Weite, seine Stille und das besondere Gefühl, sich fernab klassischer Berglandschaften zu bewegen.

Vorfreude auf einen Hüttenabend

Ziel in Sicht - das Ingolstädter Haus

Nach der langen Passage über den Eichstätter Weg kündigt sich das Ziel des Tages zunächst kaum merklich an. Erst ist es nur ein kleiner, heller Punkt in der Weite, der sich nur langsam von den umgebenden Felsstrukturen abhebt. Mit jedem Schritt wird klarer, das Ingolstädter Haus liegt bereits vor einem auch wenn die Distanz durch die offene Landschaft zunächst schwer einzuschätzen ist. Der Weg zieht sich nach wie vor in leichtem Auf und Ab weiter über das Plateau, wobei die Linienführung zunehmend direkter wird. Die Markierungen führen gezielt auf die Hütte zu, queren dabei noch einmal flache Mulden und kleinere Geländerücken. Technisch bleibt der Abschnitt unschwierig, doch die vielen zurückgelegten Kilometer machen sich bemerkbar. Gerade jetzt wirken selbst kleine Gegenanstiege länger, als sie tatsächlich sind.

Mit der Annäherung verändert sich auch die Wahrnehmung der Umgebung. Die zuvor fast grenzenlose Weite bekommt wieder mehr Struktur, einzelne Felsformationen treten deutlicher hervor und geben dem Gelände eine klarere Gliederung. Das Ingolstädter Haus wirkt dabei wie ein fester Orientierungspunkt inmitten dieser kargen Welt. Anders als weiter zurückliegende Ziele bleibt es nun konstant im Blick und wächst mit jedem Schritt sichtbar an. Seine Lage erscheint eingebettet in die Hochfläche zwischen den Formen des Karsts. Die letzten Meter ziehen sich erfahrungsgemäß noch einmal in die Länge. Doch gerade dieser Abschnitt hat seinen eigenen Reiz. Mit jedem Schritt wird das Ziel greifbarer, die Details der Hütte klarer, und die Vorfreude auf das Ende des Tages wächst spürbar.

Am Ingolstädter Haus

Ankommen, Durchatmen und Zurückblicken

Am Ingolstädter Haus angekommen, wird die Vielschichtigkeit dieser Etappe noch einmal besonders deutlich. Kaum eine Passage wirkt für sich allein spektakulär und doch entfaltet gerade die Abfolge der unterschiedlichen Landschaften ihren besonderen Reiz. Der Tag begann oberhalb von Maria Alm direkt fordernd. Der steile Anstieg durch das Schotterkar verlangte von Beginn an Kraft, Trittsicherheit und einen gleichmäßigen Rhythmus. Schritt für Schritt gewann man schnell an Höhe, begleitet von den markanten Gipfeln von Schönegg, Sommerstein und Breithorn.

Mit dem weiteren Aufstieg wurde das Gelände strukturierter, felsiger und alpiner, bis schließlich das Riemannhaus auf seinem exponierten Felsrücken erreicht war, ein erster Höhepunkt, nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch als Ort zum Durchatmen.  Was danach folgte, war ein landschaftlicher Bruch. Hinter der Ramseider Scharte öffnete sich das Steinerne Meer in seiner ganzen Weite. Der Eichstätter Weg führte durch diese karge, stille Hochfläche, in der weniger einzelne Wegpunkte als vielmehr die Dimension der Landschaft selbst im Mittelpunkt stehen. Orientierung, Rhythmus und Ausdauer rückten hier in den Vordergrund.

Das Ingolstädter Haus bildet schließlich den passenden Schlusspunkt dieser Etappe. Auf rund 2.100 Metern gelegen, fügt es sich harmonisch in die umliegende Karstlandschaft ein und wirkt nach der langen, ruhigen Passage fast wie ein lebendiger Kontrast. Die Hütte bietet Platz für etwa 100 Bergsteiger und ist entsprechend gut aufgestellt. Mit gemütlichen Gasträumen, Übernachtungsmöglichkeiten vom Lager bis zum Zimmer sowie einer einladenden Terrasse, die besonders am Abend ihren ganz eigenen Reiz entfaltet.

Neben dem hier beschriebenen Zustieg von Maria Alm via Riemannhaus existieren auch alternative Aufstiege, etwa aus dem Bereich des Königssees , von Weißbach bei Lofer über den Dießbachstausee oder von Süden über das Steinerne Meer, wodurch die Hütte ein wichtiger Knotenpunkt für verschiedenste Touren und Durchquerungen ist. So bleibt am Ende eine Etappe, die von Gegensätzen lebt. Vom unmittelbaren, steilen Einstieg über den aussichtsreichen Höhengewinn bis hin zur stillen, fast meditativen Weite des Hochplateaus. Eine Tour, die Respekt einfordert, Orientierung verlangt und genau deshalb lange im Gedächtnis bleibt.

Highlights, Einkehrmöglichkeiten und Interessantes in der Nähe

Salzburger Land

eine malerische Region in Österreich, geprägt von den Alpen, glasklaren Seen und einer reichen Kultur 

Maria Alm

ein idyllisches Bergdorf im Salzburger Land, bekannt für seine alpine Landschaft und gemütliche Atmosphäre

Sommerstein

ein markanter Gipfel der für seine  Wanderungen und den beeindruckenden Blick auf das Steinerne Meer bekannt ist

Riemannhaus

eine hochgelegene Schutzhütte im Steinerne Meer, die Wanderern und Bergsteigern einen wichtigen Stützpunkt in alpiner Umgebung bietet

Eichstätter Weg

ein alpiner Steig im Steinerne Meer, der erfahrenen Wanderern eindrucksvolle Hochgebirgslandschaften bietet

Steinernes Meer

ein weitläufiges Hochplateau, bekannt für seine karge Karstlandschaft und weite, nahezu vegetationslose Flächen

Berchtesgadener Alpen

ein Hochgebirge zwischen Deutschland und Österreich, geprägt von schroffen Gipfeln und tiefen Tälern

Ingolstädter Haus

eine aussichtsreich gelegene Schutzhütte im Steinerne Meer, die Bergwanderern als beliebter Stützpunkt mit beeindruckendem Panorama dient.

Tourinfo

Schwierigkeit

schwer

Streckenlänge

11,8 km

Dauer

7,5 Std

Aufstieg

1347 m

Abstieg

396 m

GPS Download

See You on the Outside Maria Alm Steinernes Meer  GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten