Ein Logenplatz hoch über Saalfelden
Wie auf einem Balkon thront die Peter-Wiechenthaler-Hütte auf 1.752 Metern hoch über dem Saalfeldener Becke
Hoch über Saalfelden im Pinzgauer Saalachtal thront die Peter-Wiechenthaler-Hütte am Kienalkopf, einem aussichtsreichen Vorsprung am südlichen Rand des Steinernen Meeres. Mit ihrer Lage auf 1.752 Metern ist sie nicht nur ein lohnendes Tagesziel, sondern auch ein idealer Ausgangspunkt für weitere Touren in die beeindruckende Kalklandschaft des Steinernen Meeres. Der klassische Aufstieg beginnt am Wanderparkplatz Bachwinkl oberhalb von Saalfelden. Von hier trennen einen etwas mehr als 800 Höhenmeter von der Hütte. Eine durchaus beachtliche Höhendifferenz, zumal der Weg diese auf vergleichsweise kurzer Strecke überwindet. Dabei zeigt die Tour ganz unterschiedliche Gesichter. Auf Anstiege durch dichten Bergwald folgen längere Hangquerungen, später wird der Wald zunehmend lichter und schließlich bestimmen Latschen, Felsen und die mächtigen Kalkberge des Steinernen Meeres die Landschaft. Technisch hält sich die Tour auf dem normalen Hüttenweg zwar in Grenzen, konditionell sollte man den Aufstieg jedoch nicht unterschätzen.
Vom Saalfeldener Becken hinein in den Bergwald
Start am Wanderparkplatz Bachwinkl
Der Ausgangspunkt der Tour liegt am Wanderparkplatz Bachwinkl am nördlichen Rand des Saalfeldener Beckens. Auf ungefähr 800 Metern Höhe befindet man sich hier bereits unmittelbar am Fuß des Steinernen Meeres. Während sich hinter einem die offene Landschaft rund um Saalfelden ausbreitet, erhebt sich voraus der dicht bewaldete Berghang. Irgendwo weit oberhalb wartet bereits das Ziel, die Peter-Wiechenthaler-Hütte. Vom Parkplatz folgt man zunächst der Beschilderung in Richtung Hütte und taucht schon bald in den Bergwald ein.
Viel Zeit zum gemütlichen Einlaufen bleibt dabei allerdings nicht. Schon kurz nach dem Start beginnt der Weg spürbar anzusteigen und vermittelt einen ersten Eindruck davon, was während der kommenden Stunden noch vor einem liegt. Zunächst führt die Route über einen gut begehbaren, geschotterten Wald- und Fahrweg stetig bergauf. Mit zunehmender Höhe wird der Weg nach und nach schmaler und entwickelt sich allmählich zu einem typischen Bergweg. So kommen bereits auf den ersten Kilometern zahlreiche Höhenmeter zusammen.
Auf dem Fahrweg in Richtung Wastl-Bründl
Stetig entlang des Öfenbachs bergauf
Der breite, geschotterte Fahrweg führt zunächst am Wasserkraftwerk Bachwinkl vorbei und folgt anschließend dem Öfenbach weiter zwischen den bewaldeten Berghängen hinauf. Dabei bleibt die Steigung über weite Strecken angenehm gleichmäßig. Besonders steile Passagen oder größere Richtungswechsel gibt es auf diesem ersten Abschnitt kaum. Stattdessen gewinnt der Weg kontinuierlich an Höhe und führt immer weiter in das schmaler werdende Tal hinein.
Der gut ausgebaute Fahrweg lässt sich problemlos begehen, sodass man schnell seinen eigenen Wanderrhythmus findet. Technische Schwierigkeiten spielen hier noch keine Rolle. Vielmehr sind es die stetig hinzukommenden Höhenmeter, die sich mit zunehmender Gehzeit langsam bemerkbar machen. Trotz der bewaldeten Hänge ist der Weg über weite Strecken noch recht offen und sonnendurchflutet. Bäume sorgen lediglich stellenweise für etwas Schatten. Durch die Lage zwischen den Berghängen bleibt der Blick zurück in Richtung Saalfeldener Becken allerdings weitgehend eingeschränkt.
Begleitet vom Öfenbach folgt man dem geschotterten Fahrweg weiter bergauf, bis schließlich das Wastl-Bründl erreicht ist. Die kleine Quelle bildet einen markanten Punkt entlang des Aufstiegs und bietet sich nach den ersten Höhenmetern für eine kurze Verschnaufpause an. Trinkwasser gäbe es hier auch noch frei Haus. Anschließend geht es auf dem Fahrweg noch ein Stück weiter in Richtung des Versorgungsliftes der Peter-Wiechenthaler-Hütte. Dort endet schließlich der bislang breite und komfortable Weg – und der weitere Aufstieg nimmt zunehmend den Charakter eines klassischen Bergsteiges an.
Ein abwechslungsreicher Mittelteil des Hüttenweges
Quer durch den Hang
Der weitere Wegverlauf ist deutlich abwechslungsreicher, als es der Höhenunterschied zwischen Bachwinkl und Peter-Wiechenthaler-Hütte zunächst vermuten lässt. Nach dem man das Tal mit dem Öfenbach zurück gelassen hat zieht sich der Steig über längere Strecken quer durch den Hang. Zwischen diesen Querungen folgen kürzere, teilweise kräftigere Anstiege. Dadurch entsteht ein ständiger Wechsel. Einmal geht es deutlich bergauf, wenig später führt der Weg wieder seitlich durch den Hang und erlaubt es, den eigenen Rhythmus etwas zu beruhigen. Gerade dieser mittlere Abschnitt lässt die Tour weniger monoton erscheinen.
Der Wald bleibt dabei zunächst dicht. An manchen Stellen führt der schmale Pfad durch beinahe geschlossenes Grün, an anderen öffnet sich die Vegetation und ermöglicht kurze Ausblicke hinunter ins Tal. Auch die Wegbeschaffenheit verändert sich zunehmend. Der Waldboden wird immer häufiger von Steinen und felsigen Passagen unterbrochen. Wurzeln bilden natürliche Stufen und der Weg verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit. Schwierig ist das Gelände allerdings nach wie vor nicht. Ab Wegesrand finden sich die ersten Orchideen und schon bald erreicht man einen schönen Aussichtpunkt mit einer hölzernen Rundbank
Von hier öffnet sich der Blick über das weitläufige Saalfeldener Becken und die südlich davon aufragende Bergwelt. Besonders markant präsentieren sich die Leoganger Steinberge mit ihren schroffen Kalkgipfeln, während weiter südlich die Kitzbüheler Alpen und bei guter Fernsicht die höheren Gipfel der Hohen Tauern den Horizont bestimmen. Nach dem langen Aufstieg durch die bewaldeten Hänge lohnt es sich, hier einen Moment innezuhalten und das beeindruckende Panorama über Saalfelden und die umliegende Berglandschaft zu genießen.
Normalweg oder über den Jagasteig zur Hütte?
Am Kreuzweg fällt die Entscheidung
Auf etwa 1.345 Metern Höhe erreicht man mit dem sogenannten Kreuzweg eine wichtige Weggabelung des Aufstiegs. Bis hierher folgt man dem markierten Weg in Richtung Peter-Wiechenthaler-Hütte, nun stehen jedoch unterschiedliche Varianten für die verbleibenden rund 400 Höhenmeter zur Auswahl. Wer auf dem klassischen und zugleich direktesten Weg bleiben möchte, folgt weiterhin dem Weg Nr. 412. Dieser führt über die sonnige Südseite des Kienalkopfes und später durch ausgedehnte Latschenfelder hinauf zur Peter-Wiechenthaler-Hütte.
Eine deutlich anspruchsvollere Alternative ist der Jagasteig mit der Wegnummer 412d. Der schwarz markierte Bergsteig führt zunächst durch lichten Wald auf die schattigere Seite des Kienalkopfes. Im Gegensatz zum normalen Hüttenweg warten hier einige kurze ausgesetzte Passagen, die teilweise mit Trittstufen und Stahlseilen gesichert sind. Zu den markantesten Stellen gehört außerdem eine Stahlbrücke in luftiger Höhe. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten für diese Variante daher vorhanden sein. Nach ungefähr einer Stunde trifft der Jagasteig wieder auf den ebenfalls vom Kreuzweg abzweigenden Schattseitweg 412a.
Wer weder den direkten und sonnigeren Normalweg noch den anspruchsvolleren Jagasteig wählen möchte, findet mit dem Schattseitweg 412a eine dritte Möglichkeit. Dieser verläuft flacher und umrundet den Kienalkopf auf seiner West- und Nordseite, ist dafür allerdings länger als der direkte Aufstieg. Gerade an heißen Sommertagen kann diese schattigere Variante durchaus reizvoll sein.
Hohe Berge und endlose Felslandschaften
Bilder der Wanderung im Steinernen Meer
Latschen und Felsen bestimmen zunehmend die Landschaft
Der Bergwald beginnt sich zu öffnen
Mit jedem weiteren Höhenmeter verändert sich nun die Vegetation. Der meist dichtere Bergwald wird lichter. Zwischen den Bäumen tauchen immer häufiger Latschen auf, während gleichzeitig der Anteil an offenem Fels zunimmt. Auch der Weg bekommt einen deutlich alpineren Charakter. Statt über weichen Waldboden laufen wir häufiger über Steine und kleinere Felsstufen.
Der Pfad wird abschnittsweise schmaler und verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Wahl der Schritte. Technisch bleibt der Hüttenweg grundsätzlich gut machbar. Ein Spazierweg ist er hier oben allerdings nicht mehr. Besonders bei Nässe können Wurzeln und glatte Steine unangenehm werden. Trittsicherheit ist daher hilfreich, auch wenn auf dem normalen Zustieg zur Hütte keine außergewöhnlichen technischen Schwierigkeiten zu bewältigen sind. Dafür werden die Ausblicke zunehmend eindrucksvoller.
Oberhalb von etwa 1.500 Metern
Die Felswelt des Steinernen Meeres rückt immer näher
Spätestens im oberen Bereich verändert sich die Szenerie grundlegend. Das satte Grün des Saalfeldener Beckens liegt nun weit unter einem, während zunehmend die hellen Kalkfelsen hervortreten, die das Steinerne Meer so charakteristisch prägen. Noch befindet man sich weit unterhalb des eigentlichen Hochplateaus, doch die Landschaft lässt bereits erahnen, woher dieses Gebirge seinen Namen hat. Die Vegetation wird niedriger, ausgedehnte Latschenfelder bestimmen zunehmend die Hänge und dazwischen treten immer wieder helle Felsflächen hervor. Gleichzeitig öffnet sich der Blick zurück immer weiter und gibt ein beeindruckendes Panorama über das tief unter einem liegende Tal und die umliegende Bergwelt frei.
Häufig sind es genau solche Momente, die einen die Anstrengungen des Aufstiegs für einen Augenblick vergessen lassen. Von den offenen Passagen des Weges können wir nun weit über Saalfelden und die umliegende Bergwelt schauen. Doch nicht nur der Blick in die Ferne lohnt sich. Zwischen den Latschen und entlang des Weges gesellen sich an vielen Stellen blühende Alpenrosen hinzu. Mit ihren kräftig rosaroten Blüten setzen sie wunderschöne Farbakzente in der ansonsten zunehmend von Grün und hellem Kalkstein geprägten Berglandschaft. Nach inzwischen deutlich mehr als 700 überwundenen Höhenmetern gibt es also gleich mehrere gute Gründe, gelegentlich stehen zu bleiben und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.
Die letzten Höhenmeter bis zum Ziel
Der Schlussanstieg zur Peter-Wiechenthaler-Hütte
Der Weg führt nun überwiegend durch Latschen und über immer felsiger werdendes Gelände. Gleichzeitig scheinen die mächtigen Kalkberge des Steinernen Meeres plötzlich zum Greifen nah und bestimmen zunehmend die eindrucksvolle Kulisse hinter der Hütte die sich nun oberhalb des Weges das erste Mal zeigt. Das Ziel scheint damit bereits zum Greifen nah. Zumindest auf den ersten Blick.
Denn wie so häufig in den Bergen täuscht die Entfernung, und auch auf den letzten Metern warten noch einige Höhenmeter. Der Steig zieht weiter durch die Latschen und über steinigen Untergrund nach oben. Nach etwas mehr als zwei Stunden Aufstieg machen sich die inzwischen 800Höhenmeter durchaus in den Beinen bemerkbar. Doch mit der Hütte vor Augen fällt es leichter, die letzten Meter in Angriff zu nehmen, bis man sich Schritt für Schritt dem lang ersehnten Ziel nähert.
Ein traditionsreicher Stützpunkt am Rand des Steinernen Meeres
Die Peter-Wiechenthaler-Hütte
Auf 1.752 Metern erreicht man schließlich die Peter-Wiechenthaler-Hütte und hat damit seit dem Start in Bachwinkl gute 830Höhenmeter überwunden. Die Lage der Hütte könnte dabei kaum eindrucksvoller sein. Wie auf einem Balkon thront sie hoch über dem Saalfeldener Becken. Tief unter einem breitet sich das Tal aus, während unmittelbar hinter der Hütte bereits die mächtigen Kalkberge des Steinernen Meeres aufragen. Spätestens hier oben wird deutlich, welche Höhendifferenz man während des Aufstiegs tatsächlich zurückgelegt hat.
Besonders eindrucksvoll ist der landschaftliche Gegensatz. Während tief unten Wiesen, Wälder und die Ortschaften rund um Saalfelden das Bild bestimmen, beginnt rund um die Hütte eine vollkommen andere Welt. Latschen, helle Kalkfelsen und zunehmend alpines Gelände prägen die Landschaft und vermitteln bereits einen Vorgeschmack auf die weitläufige Hochgebirgslandschaft des Steinernen Meeres.
Doch die Peter-Wiechenthaler-Hütte ist weit mehr als nur ein lohnendes Ziel für eine Tagestour. Durch ihre Lage am südlichen Rand des Steinernen Meeres ist sie ein wichtiger Stützpunkt für zahlreiche Bergtouren und Übergänge. Von hier führen Wege auf die umliegenden Gipfel und weiter hinein in das Steinerne Meer, sodass sich die Hütte hervorragend als Ausgangspunkt für mehrtägige Touren eignet.
Nach dem langen Aufstieg ist sie aber zunächst einmal der perfekte Ort, um den Rucksack abzustellen, die Beine auszustrecken und den Blick über den zurückgelegten Weg schweifen zu lassen. Gerade die landschaftliche Veränderung während des Aufstiegs macht diese Tour besonders reizvoll.
Wenn die Sonne langsam untergeht
Hüttenleben hoch über Saalfelden
Die Peter-Wiechenthaler-Hütte kann inzwischen auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits 1926 wurde sie von der Sektion Saalfelden des Österreichischen Alpenvereins errichtet und im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erweitert und modernisiert. Heute bietet sie 37 Betten in Zimmern und 16 Plätze im Matratzenlager, Duschen, gemütliche Aufenthaltsbereiche und natürlich eine aussichtsreiche Terrasse. Besonders schön wird es hier oben am Abend. Sowohl hinter den großen Fenstern der Gaststube als auch draußen auf der Terrasse findet man einen herrlichen Platz, um den Tag ausklingen zu lassen. Wenn die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet und das letzte Licht über das Saalfeldener Becken und die umliegenden Gipfel wandert, lässt sich von hier ein grandioser Sonnenuntergang beobachten.
Eine weitere Besonderheit, die uns ausgesprochen gut gefallen hat, zeigt sich beim Abendessen. Auf Wunsch werden zunächst bewusst etwas kleinere Portionen serviert. Wer danach noch Hunger hat, bekommt jederzeit einen Nachschlag. Eine ebenso einfache wie sinnvolle Idee, denn so landet deutlich weniger Essen unnötig im Abfall. Gerade auf einer Berghütte, auf der Lebensmittel mit erheblichem Aufwand hinauftransportiert werden müssen, ist dieser bewusste Umgang mit Ressourcen besonders erwähnenswert. Zusammen mit der gemütlichen Atmosphäre und der beeindruckenden Lage sind es genau solche kleinen Details, die einen Aufenthalt auf der Peter-Wiechenthaler-Hütte besonders angenehm machen.
Highlights, Einkehrmöglichkeiten und Interessantes in der Nähe
Salzburger Land
begeistert mit eindrucksvollen Alpenlandschaften, tiefen Tälern, klaren Bergseen und einer abwechslungsreichen Natur rund um die Mozartstadt Salzburg
Saalfelden
liegt im Salzburger Land und verbindet die Landschaft des Saalfeldener Beckens mit der eindrucksvollen Bergkulisse des Steinernen Meeres und der Leoganger Steinberge
Schloss Lichtenfels
thront auf einem Felsvorsprung oberhalb von Saalfelden am Steinernen Meer und blickt auf eine bis ins 13. Jahrhundert zurückreichende Geschichte zurück
Jagasteig
anspruchsvollere Alternative zur Peter-Wiechenthaler-Hütte und führt über einen teils ausgesetzten, mit Stahlseilen und Trittstufen versicherten Bergsteig
Peter-Wiechenthaler-Hütte
liegt auf 1.752 Metern hoch über Saalfelden am südlichen Rand des Steinernen Meeres und ist ein beliebter Stützpunkt für Wanderungen und alpine Bergtouren
Persailhorn
ein 2.347 Meter hoher Gipfel im Steinernen Meer oberhalb von Saalfelden und besonders für seine aussichtsreichen, teils anspruchsvollen Klettersteige bekannt
Mitterhorn
ein 2.491 Meter hoher Gipfel im Steinernen Meer und erhebt sich markant oberhalb von Saalfelden zwischen Persailhorn und Breithorn
Steinernes Meer
Tourinfo
Schwierigkeit
mittel
Streckenlänge
4,3 km
Dauer
2,5 Std
Aufstieg
839 m
Abstieg
1 m
GPS Download
See You on the Outside Aufstieg Peter Wiechenthaler Hütte
GPX
Name:
Keine Daten
Entfernung:
Keine Daten
Minimalhöhe:
Keine Daten
Maximalhöhe:
Keine Daten
Höhengewinn:
Keine Daten
Höhenverlust:
Keine Daten
Dauer:
Keine Daten
















