Genusswanderung auf den höchsten Gipfel der Seetaler Alpen
Die Seetaler Alpen erstrecken sich zwischen der Steiermark und Kärnten. Mit ihren sanften, von Zirbenwäldern und weitläufigen Almflächen geprägten Gipfeln bilden sie eine besonders ursprüngliche und aussichtsreiche Berglandschaft.
Der Zirbitzkogel zählt zu den schönsten Aussichtsbergen der Steiermark und Kärntens. Während viele Gipfel jenseits der 2.300-Meter-Marke schroffe Felslandschaften, ausgesetzte Grate oder lange Blockfelder bieten, präsentiert sich der Zirbitzkogel von einer ganz anderen Seite. Sanfte Almwiesen, ausgedehnte Zirbenbestände, glitzernde Bergseen und ein nahezu grasbewachsener Gipfel machen ihn zu einem idealen Wanderziel für Familien und Genusswanderer.
Die Rundtour ab der Tonnerhütte verbindet abwechslungsreiche Landschaften mit einer moderaten Schwierigkeit und beeindruckenden Ausblicken. Dank der guten Wege, der Einkehrmöglichkeit am Zirbitzkogelhaus und der vergleichsweise geringen Höhendifferenz eignet sich die Tour hervorragend für wanderbegeisterte Familien mit trittsicheren Kindern.
Ein sanfter Riese zwischen Steiermark und Kärnten
Der Zirbitzkogel – Höchster Gipfel der Seetaler Alpen
Mit 2.396 Metern ist der Zirbitzkogel der höchste Berg der Seetaler Alpen, einem langgezogenen Gebirgszug an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten. Das Gebirge gehört zu den Lavanttaler Alpen und hebt sich deutlich von den benachbarten Kalkalpen ab.
Schon aus der Ferne fällt die ungewöhnliche Form des Gipfels auf. Statt schroffer Felswände oder steiler Grate dominieren sanfte Rücken und weitläufige Almflächen. Der Grund dafür liegt in der Geologie.
Aber warum sieht der Zirbitzkogel so anders aus? Während viele bekannte Alpenberge, etwa im Dachstein-, Karwendel- oder Kaisergebirge aus widerstandsfähigem Kalkstein bestehen, setzt sich der Zirbitzkogel überwiegend aus Gneis und Glimmerschiefer zusammen. Diese sehr alten Gesteine entstanden tief im Erdinneren unter enormem Druck und wurden während der Alpenbildung angehoben. Über Millionen von Jahren wirkten Frost, Wind, Wasser und insbesondere die Eiszeiten auf den Berg ein.
Das kristalline Gestein verwittert anders als Kalkstein. Statt steiler Felswände entstehen eher abgerundete Formen und breite Bergrücken. Während der letzten Eiszeit formten mächtige Gletscher zusätzlich die Landschaft und hinterließen Mulden, Moore und kleine Bergseen wie den Lavantsee. Dadurch wirkt der Zirbitzkogel fast wie ein sanfter Grasberg, obwohl er mit knapp 2.400 Metern deutlich über der Waldgrenze liegt und mehr an die heimische Rhön erinnert als an ein Hochgebirge.
Duftende Wälder bis hinauf ins alpine Gelände
Ein Paradies für Zirben
Namensgeber des Berges ist die Zirbe, die hier ideale Lebensbedingungen findet. Zwischen etwa 1.700 und 2.100 Metern wachsen ausgedehnte Zirbenbestände, die zu den größten zusammenhängenden Vorkommen der Ostalpen gehören. Gemeinsam mit Latschenfeldern, Heidelbeersträuchern und Almrasen prägen sie das Landschaftsbild und verleihen dem Berg seinen besonderen Charakter.
Schon die Anfahrt stimmt auf die Bergtour ein
Anfahrt zur Tonnerhütte
Die Tonnerhütte liegt oberhalb von Mühlen am Zirbitzkogel und ist mit dem Auto über eine teils asphaltierte und teils geschotterte Bergstraße erreichbar. Wer aus Richtung Judenburg oder dem Murtal kommt, fährt zunächst über Scheifling und Neumarkt in der Steiermark nach Mühlen. Von dort geht es durch den Ort und anschließend über Jakobsberg stetig bergauf in Richtung Tonnerhütte. Die letzten Kilometer führen durch Wald und über die Almflächen bis zum Parkplatz direkt an der Hütte.
Aus Richtung Wolfsberg oder Bad Sankt Leonhard im Lavanttal folgt man der Klippitztörlstraße über den Pass hinunter in Richtung Hüttenberg. Die abwechslungsreiche Strecke führt durch die sanfte Berglandschaft des Görtschitztals. Wer etwas Zeit mitbringt, kann unterwegs einen kurzen Abstecher in Lölling einplanen. Hier erinnert die historische Erzquetsche an die lange Bergbau- und Eisenverarbeitungsgeschichte der Region rund um Hüttenberg.
In Hüttenberg selber gibt es noch ein weiteres Highlight. Das Heinrich-Harrer-Museum widmet sich dem Leben des berühmten Bergsteigers, Forschungsreisenden und Tibetkenners Heinrich Harrer und zeigt zahlreiche Exponate aus seinen Reisen und Expeditionen. Direkt gegenüber führt der Lingkor, ein tibetischer Pilgerpfad mit buddhistischen Symbolen und Objekten, durch die Felswand und erinnert an Harrers enge Verbindung zu Tibet und dem Dalai Lama. Von Hüttenberg aus gelangt man dann in wenigen Fahrminuten nordwärts nach Mühlen und über Jakobsberg hinauf zu Tonnerhütte.
Die Bergstraße sollte auf jeden Fall langsam und aufmerksam befahren werden. Gerade bei Gegenverkehr kann es auf den schmaleren Abschnitten etwas eng werden. Außerdem sollte man vor der Tour prüfen, ob die Zufahrtsstraße und der Parkplatz aktuell frei zugänglich sind. Direkt bei der Hütte stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung, diese sind kostenpflichtig. Das Tagesticket kostet aktuell 5 Euro. Die Parkgebühr kann am Ticketautomaten entrichtet werden und wer noch in der Hütte einkehrt, bekommt einen Teil der Parkgebühr auf Speisen und Getränke angerechnet.
Über sanfte Hänge und durch urige Zirbenwälder
Von der Tonnerhütte über Almwiesen zur Herterhöhe
Direkt oberhalb der Tonnerhütte beginnt der markierte Wanderweg. Zunächst führt er über eine Fahrstraße gefolgt von einer breite Almwiese, welche während der Wintermonate als Skipiste genutzt wird. Der Anstieg ist angenehm gleichmäßig und erlaubt bereits nach wenigen Minuten schöne Blicke zurück zur Hütte. Die sattgrünen Bergwiesen werden im Sommer von zahlreichen Blütenpflanzen geprägt. Arnika, Enzian, Alpenklee und verschiedene Glockenblumen sorgen, je nach Jahreszeit, für farbenfrohe Akzente zwischen den Weideflächen.
Nach dem ersten offenen Abschnitt taucht der Weg in einen kleinen Wald ein. Hier verändert sich die Atmosphäre schlagartig. Der Untergrund wird wurzelig und naturbelassen. Zwischen Fichten, Zirben und einzelnen Lärchen windet sich der schmale Pfad stetig leicht bergauf. Besonders an warmen Sommertagen spendet dieser Abschnitt angenehmen Schatten. Schon bald wird der Wald wieder lichter und die Herterhöhe auf rund 1.860 Metern ist erreicht. Hier öffnet sich der Blick erstmals weit über die bisherige Landschaft hinweg.
Die Herterhöhe bildet eine offene, aussichtsreiche Geländestufe oberhalb der Waldgrenze beziehungsweise am Übergang zu den weitläufigen Almflächen. Von hier eröffnet sich ein besonders schöner Blick in das Görtschitztal, während ein auffälliges Steingebilde in unmittelbarer Nähe als natürliche Aussichtsplattform dient. Zudem befindet sich hier eine sogenannte Naturleseinsel. Der kleine Erlebnis- und Rastplatz soll dazu anregen, die umliegende Berglandschaft bewusst wahrzunehmen und mehr über die Besonderheiten der Natur in den Seetaler Alpen zu erfahren.
Weiter bergauf
Über den Rücken zwischen Zirbitzkogel und Fuchskogel
Ab der Herterhöhe beginnt der eigentliche Anstieg zum Zirbitzkogel. Der gut markierte Weg folgt nun dem breiten Bergrücken zwischen dem Zirbitzkogel und dem etwas niedrigeren Fuchskogel.
Mit zunehmender Höhe verschwinden die letzten größeren Bäume. Stattdessen dominieren niedrige Zirben, Latschenfelder sowie weitläufige alpine Rasenflächen. Die Vegetation wird immer niedriger, bleibt jedoch überraschend üppig. Gerade dieser Wechsel aus Almwiesen, einzelnen Felsblöcken und den charakteristischen Zirben verleihen der Tour das spezielle Etwas.
Der Wanderweg ist hervorragend angelegt und steigt nicht zu steil an. Technisch gibt es kaum Schwierigkeiten. Selbst die wenigen steileren Passagen lassen sich auch von geübten Kindern problemlos bewältigen. Immer wieder lohnt sich ein Blick zurück. Mit jedem Höhenmeter erweitert sich das Panorama über die Seetaler Alpen bis weit in das Murtal hinein.
Natur, Weite und beeindruckende Ausblicke in den Seetaler Alpen
Bilder vom Zorbitzkogel
Hinauf zum Gipfel
Am Lavantsee vorbei zum Zirbitzkogelhaus
Mit zunehmender Höhe verändert sich der Charakter des Weges erneut. Oberhalb des Lavantsees auf etwa 2.050 Metern wird der Untergrund felsiger. Zahlreiche größere Gneisblöcke säumen den Wanderweg, ohne ihn jedoch anspruchsvoll werden zu lassen. Der tiefblaue Lavantsee liegt eingebettet zwischen den sanften Bergflanken und bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den hellen Felsen und den grünen Almflächen. Er entstand als typischer Karsee während der letzten Eiszeit und gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten der Tour.
Der Weg hinab und eine Runde um den kleinen See wäre sicher sehr erlebnisreich, würde die Tour aber deutlich verlängern. Und da wir eh schon spät dran waren, ging es für uns doch auf direktem Weg weiter in Richtung Gipfel. Währenddessen hat man das Zirbitzkogelhaus auf 2.370 Metern schon fest im Blick. Die Schutzhütte liegt nur wenige Gehminuten unterhalb des Gipfels und lädt zu einer Rast ein. Vom Gipfel aus ist die Fernsicht grandios und reicht bei klarer Sicht weit über Kärnten und die Steiermark hinaus. Die Hohen Tauern, die Karawanken und sogar die Julischen Alpen sind gut auszumachen.
Leider waren wir an diesem Tag schon zu spät für eine ausgiebige Hütteneinkehr und eine stärkende Mahlzeit. Und so blieb uns nur ein kleiner Snack und ein kühles Getränk, bevor wir uns auf den langen Weg zurück zur Tonnergütte machten.
Ein sanfter Berg mit beeindruckendem Panorama
Der Gipfel des Zirbitzkogels
Nur wenige Gehminuten oberhalb des Zirbitzkogelhauses liegt der höchste Punkt der Seetaler Alpen. Das Gipfelkreuz steht auf einem breiten, grasdurchsetzten Gipfelplateau. Anders als viele Gipfel dieser Höhenlage wirkt der Zirbitzkogel offen und weitläufig. Die felsigen Bereiche beschränken sich auf einzelne Gneisblöcke, während große Teile des Gipfels von alpinen Rasen überzogen sind.
Gerade diese ungewöhnliche Kombination macht den Gipfel so besonders. Kinder können sich hier deutlich freier bewegen als auf vielen schroffen Gipfeln vergleichbarer Höhe. Gleichzeitig eröffnet sich ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama über die umliegenden Gebirgszüge.
Eine aussichtsreiche Runde schließt sich
Abstieg vom Zirbitzkogel zurück zur Herterhöhe
Für den Rückweg bietet sich eine abwechslungsreiche Runde an, bei der man nicht auf demselben Weg vom Gipfel absteigen muss. Vom Zirbitzkogel führt der markierte Weg zunächst in Richtung der weithin sichtbaren Wetterradaranlage. Direkt vorbei kommt man dort jedoch nicht, da der Weg bereits vorher nach links abzweigt und wieder hinunter in das Tal führt. Wer noch etwas Zeit und Kraft übrig hat, kann jedoch einen kurzen Abstecher zum markanten Wetterradar unternehmen. Die Anlage mit ihrer auffälligen weißen Kuppel ist schnell zu erreichen und bietet sich als zusätzlicher Aussichtspunkt an. Anschließend geht es zurück zur Abzweigung und weiter auf der eigentlichen Abstiegsroute. Der Weg verliert nun über die weitläufigen Hänge kontinuierlich an Höhe.
Offene Grasflächen und sanfte Berglandschaft bestimmen zunächst wieder das Bild. Der Blick zurück lohnt sich wie immer. Der breite Gipfelaufbau des Zirbitzkogels wirkt aus dieser Perspektive noch einmal ganz anders als während des Aufstiegs. Je weiter es talwärts geht, desto üppiger wird auch die Vegetation. Zwischen den alpinen Rasenflächen tauchen wieder einzelne Sträucher und schließlich die ersten Zirben auf. Hin und wieder gilt es kleine Bachläufe zu überqueren und schon bald wird der Weg wieder deutlich flacher und verläuft unterhalb des Gipfels zurück zur Herterhöhe. Dort trifft man schließlich wieder auf den vom Aufstieg bekannten Weg. Durch den kurzen, wurzeligen Waldabschnitt geht es hinunter zu den offenen Almwiesen und schließlich zurück zum Ausgangspunkt.
Gemeinsam die Bergwelt der Seetaler Alpen entdecken
Eine ideale Familienwanderung
Der Zirbitzkogel zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Familienbergen der Region. Obwohl mehr als 800 Höhenmeter überwunden werden, bleibt die Tour technisch einfach. Es gibt keine ausgesetzten Passagen, keine Kletterstellen und nur wenige kurze felsige Abschnitte. Die Wege sind hervorragend markiert und verlaufen überwiegend auf angenehm zu gehenden Bergpfaden.
Besonders abwechslungsreich macht die Wanderung der ständige Wechsel zwischen Almwiesen, Zirbenwäldern, kleinen Bergseen, alpinen Rasenflächen und felsigen Bereichen. Dadurch gibt es auch für Kinder entlang der Strecke immer wieder Neues zu entdecken.
Mit der Tonnerhütte am Start und dem Zirbitzkogelhaus kurz unterhalb des Gipfels stehen zudem gleich zwei Einkehrmöglichkeiten zur Verfügung, ideale Voraussetzungen also für entspannte Pausen und eine genussvolle Tagestour.
Highlights, Einkehrmöglichkeiten und Interessantes in der Nähe
Kärnten
Österreichs südlichstes Bundesland Mit abwechslungsreichen Landschaften, imposanten Bergen, idyllischen Tälern und zahlreichen Seen
Steiermark
Österreichs grünes Herz mit imposanten Bergen, weiten Almen, dichten Wäldern, sanften Weinlandschaften und einer beeindruckenden Vielfalt an Natur
Klippitztörl
ein idyllischer Alpenpass in Kärnten, umgeben von sanften Berggipfeln, weiten Almwiesen und zahlreichen langen und kurzen Wanderwegen
Erzquetsche
ein eindrucksvolles Relikt der historischen Eisenverarbeitung und Zeugnis der jahrhundertealten Bergbautradition rund um Hüttenberg
Heinrich-Harrer-Museum
eine spannende Reise durch das Leben, die Expeditionen und die außergewöhnlichen Erlebnisse des berühmten Bergsteigers und Forschungsreisenden
Gasthaus Hirschenwirt
ein traditionelles Gasthaus in der Region rund um Mühlen, das mit gemütlicher Atmosphäre und regionaler Küche zu einer genussvollen Einkehr einlädt
Tonnerhütte
eine gemütliche Berghütte auf rund 1.600 Metern Höhe und beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Zirbitzkogel und die umliegenden Berge
Lavantsee
ein idyllischer Bergsee auf über 2.000 Metern Höhe, eingebettet in die alpine Landschaft unterhalb des Zirbitzkogels und umgeben von weiten Bergwiesen und felsigen Hängen
Zirbitzkogelhaus
traditionsreiche Schutzhütte auf 2.376 Metern Höhe, nur wenige Minuten unterhalb des Gipfels und ein beliebter Rastplatz mit beeindruckendem Panorama über die Seetaler Alpen
Zirbitzkogel
der höchste Gipfel der Seetaler Alpen und ein aussichtsreicher Berg, geprägt von sanften Bergrücken, alpinen Wiesen und beeindruckenden Fernblicken
Tourinfo
Schwierigkeit
mittel
Streckenlänge
9,1 km
Dauer
4,5 Std
Aufstieg
826 m
Abstieg
812 m
GPS Download
See You on the Outside - Ailsbachtal
GPX
Name:
Keine Daten
Entfernung:
Keine Daten
Minimalhöhe:
Keine Daten
Maximalhöhe:
Keine Daten
Höhengewinn:
Keine Daten
Höhenverlust:
Keine Daten
Dauer:
Keine Daten
















