Klumpertal & Jägersteig
ein stilles und idyllisches Tal in der Fränkischen Schweiz – Oberhalb der steilen Hänge verläuft der Jägersteig. Dabei handelt es sich um einen schmalen naturbelassenen Pfad mit wurzeligen Passagen, kleinen Felsabschnitten und schönen Ausblicken ins Tal
Ausgangspunkt unweit der Teufelshöhle
Herbstliche Stille im Klumpertal
Wer im Herbst eine Wanderung sucht, die wildromantische Natur, fränkische Geschichte und sanfte Abenteuer vereint, findet all das im Klumpertal. Es gilt als eines der schönsten Täler der Fränkischen Schweiz. Uns wurde das Tal mehrfach empfohlen und so konnten wir uns einen Besuch natürlich nicht entgehen lassen. Von Pottenstein aus kommend folgt man der Bundestraße B 470 vorbei an der sehenswerten Teufelshöhle bis zum Abzweig der bayerischen Staatsstraße St 2663 nach Kirchenbirkig. Unweit der Schüttersmühle ist der Wanderparkplatz schon fast in Sicht.
Der Wanderparkplatz Klumpertal bietet nur wenigen Fahrzeugen platz. Das ist im Sommer sicher anders, wenn man am falschen Tag oder zu einer ungünstigen Uhrzeit dort ist. Gut das wir im Spätherbst hier sind. Außer uns ist nämlich nur ein älterer Herr mit seinem Hund zum Gassigehen unterwegs. Direkt am Parkplatz liegt eine von Felsen umgebene kleine Schutzhütte. Holzbänke und ein Tisch laden zum Verweilen ein. Wir starten aber umgehend hinein ins Tal. Zunächst folgt man dem breiten Forstweg in Richtung Drachenfels. Alternativ kann man auch der Fahrstraße zur Mittelmühle folgen.
Vorbei am Entenstein gelangt man schnell zu einer Weggabelung in einer Kurve. Folgt man hier dem schmalen Pfad zur rechten Seite, würde man hinauf nach Kirchenbirkig gelangen. Wir wollen aber hinab ins Klumpertal und folgen den Trittstufen, vorbei an bemoosten Felsen, abwärts zum Weihersbach. An einem kleinen Häuschen quert man den Bachlauf und steht wenige Meter später auf einem breiten Fahrweg in mitten des Tals. By the way… dieser Weg ist auch kinderwagentauglich und ermöglicht so Familien mit kleineren Kindern das Erkunden des Tals.
Vor einem öffnet sich das Tal und gibt den Blick auf zahlreiche Felswände und einen Teich am Taleingang frei. Die Felsen und Bäume spiegeln sich im türkisfarbenen Wasser. Welch herrlicher Anblick, der sicher zu jeder Jahreszeit seinen ganz besonderen Reiz hat. Man folgt dem Bachlauf weiter bis zu einer Ansammlung weiterer Fischteiche, die hier wahrscheinlich schon im 19. Jahrhundert angelegt wurden. Bevor jedoch die Teiche zur Forellenzucht entstanden, erkannte Freiherr von Guttenberg, der damalige Besitzer des nahen Schlosses Kühlenfels, den besonderen landschaftlichen Reiz des Tals und ließ hier einen Landschaftsgarten im englischen Stil anlegen.
Ein grandioser Anblick muss dies gewesen sein. Bis auf ein paar Mauerreste der ehemaligen Klumpermühle ist aus dieser Zeit allerdings nichts mehr zu erkennen. Was aber geblieben ist ist der Name, beziehungswiese ein Teil davon. Weil das dumpfe, rhythmische Schlagen der Mühle, im Fränkischen „klumpern“ genannt, früher ununterbrochen durch das Tal hallte, bekam das gesamte Tal schließlich den Namen Klumpertal.
Weiter ins Tal hinein
Entlang der Felsengärten zur Klumperquelle
An der Stelle, an der einst die Klumpermühle stand, findet sich zur linken Seite eine Picknickstelle direkt unter einer hohen Felswand, nur wenige Meter vom Weg entfernt. Direkt daneben steht eine kleine hölzerne Hütte, die vermutlich von den Pächtern der Teiche genutzt wird. An einer Schautafel vorbei, die über die einstige Mühle informiert, gelangt man zu den anderen Fischteiche. Das Wasser ist glasklar und die Forellen in den Weihern ziehen langsam ihre Bahnen.
Der Weg folgt zunächst der rechten Talseite und verläuft dann nur etwas höher als der Wasserspiegel zwischen zwei weiteren Teichen hindurch. Der linke Weiher wird von der Quelle etwas oberhalb gespeist während der Heckelsweiher auf der gegenüberliegend Seite eine eigene Quelle hat. Die Felswände reichen auf beiden Seiten des Tals bis zur Wasserkante und spiegeln sich sehenswert im türkisfarbenen Wasser.
Kurze Zeit später steht man dann am vielleicht eindrucksvollsten Punkt im Klumpertal. Die Karstquelle des Weiher- oder Klumperbachs tritt hier nach einem langen, unsichtbaren Weg durch den verkarsteten Jurakalk plötzlich und glasklar an die Oberfläche. In einem ruhigen Quelltopf, umgeben von moosbewachsenen Felsen, Wurzeln und dichtem Grün, sammelt sich das kalte Karstwasser, das im oberen Tal zuvor vollständig im Untergrund verschwindet. Selbst an warmen Tagen bleibt das Quellwasser eiskalt und konstant, was dem Ort eine frische, fast mystische Atmosphäre verleiht.
Die Vegetation des Klumpertals wird stark vom feuchten Mikroklima und den kalkreichen Felsen geprägt. Auf den schattigen Hängen wachsen üppige Moosteppiche, die Felsen und Wurzeln wie ein weiches Polster überziehen, begleitet von zahlreichen Flechtenarten, die ein Zeichen für die hohe Luftqualität sind. In den kühleren Bereichen entlang des Bachs finden sich verschiedene Farnarten die in den feuchten Mulden ideale Bedingungen vorfinden.
Aber nicht nur Pflanzen fühlen sich hier wohl. Auch Amphibien, allen voran der Feuersalamander, der auf den kühlen Waldboden und die klaren Quellbereiche angewiesen ist und an regenreichen Tagen häufig zu sehen ist, finden hier ideale Lebensräume. Mit etwas Glück kann man auch einen Bergmolch entdecken oder dem Ruf der Wasseramsel lauschen. Sie fühlt sich entlang der flacheren Bachabschnitte besonders wohl.
Der obere Talabschnitt
Auf schmalen Pfaden bis zum Abzweig des Jägersteigs
Der Abschnitt des Klumpertals oberhalb der Quelle gehört zu den ruhigeren Passagen der Runde. Die Landschaft wirkt hier weniger wild als im unteren Tal, aber dafür ursprünglicher in ihrem Wechselspiel aus Wald, Laubboden und hin und wieder aufragenden Kalkfelsen. Für einige Hundert Meter folgt man aber zunächst noch dem breiten, gut befestigten Talweg, der nur leicht ansteigt und sich an der folgen Kreuzung verzweigt. Rechts führt hier der bequeme Höhenweg zurück zum Ausgangspunkt, vorbei an der markanten Felsformation Schwarze Frau. Dieser breite Weg eignet sich besonders für Familien mit Kinderwagen und alle, die die Runde ohne Wurzelpassagen beenden möchten.
Wir folgen aber dem Wegverlauf weiter ins obere Tal. Schon kurz nach der Kreuzung ändert sich der Charakter des Weges. Der breite Forstweg endet, und ein schmaler Pfad zieht sich weiter taleinwärts. Er ist teils nur fußbreit und führt über laubbedeckten Waldboden. Immer wieder durchziehen Wurzelpassagen den Weg. Der Pfad verläuft über weiche Erde und orientiert sich an den natürlichen Konturen, meist an der linken Seite des Tals entlang. Hin und wieder öffnet sich das Tal deutlich. Die Vegetation tritt ein Stück zurück, und zwischen den Bäumen werden Felswände sichtbar, die sich teilweise steil aus dem Hang erheben.
Die weiteren Wiesenflächen wechseln sich mit schattigeren Waldabschnitten ab, wodurch der Weg sehr abwechslungsreich bleibt. Kurz bevor man vollständig aus dem Wald heraustritt taucht in der Ferne der Ort Bronn auf. An einer markanten zweigeteilten Felsformation auf der rechten Seite zweigt ein unscheinbarer, aber deutlicher Pfad links ab. Der Abzweig zum Jägersteig ist ein schmaler Stichweg, der etwas steiler nach oben führt. Hier beginnt der etwas anspruchsvollerer Rückweg.
Felsen, Wasser & schmale Pfade
Bilder aus dem Klumpertal und vom Jägersteig
Auf dem Jägersteig
Vorbei am Bronner Brummer
Der Rückweg über den Jägersteig ist die deutlich spannendere und Variante, um von Bronn zurück zur Mittelmühle zu gelangen. Der Steig vereint stille Waldpassagen, schmale Hangwege und felsige Abschnitte und verläuft meist auf gleichbleibender Höhe. Der Pfad ist schmal, aber klar ausgeprägt, der Boden meist weich und von frisch gefallenem Laub bedeckt. Das wiederum sollte nicht unterschätzt werden. Gutes Schuhwerk und etwas Trittsicherheit schaden hier nicht. Oft sind die rutschigen Steine auf dem Weg nicht sichtbar oder man erkennt sie erst wenn man darauf tritt.
Immer wieder ergeben sich kurze Blicke hinunter ins Tal, mal durch lichte Nadelwälder, mal zwischen Felsformationen hindurch. Jetzt im späten Herbst sind die Bäume bereits kahl und geben dadurch mehr Sicht frei, während der Steig im Sommer durch das geschlossene Blätterdach angenehm schattig verläuft. Nach einer Weile erreicht man den Bronner Brummer, eine weitere markante Felsformation am Hang. Der Weg direkt am Fels vorbei wird kurz steiler und felsiger, bevor er wieder flacher weiterführt. Über wurzelige Passagen erreicht man bald die Weggabelung, an der sich der Jägersteig teilt.
Die Qual der Wahl
Jägersteig I oder Jägersteig II
Ist
Ziemlich genau oberhalb der Klumperquelle teilt sich der Jägersteig in eine obere und eine untere Variante. Wir entschieden uns für den unteren Wegverlauf. Bis hierhin war der Jägersteig, von Bronn aus kommend, für Familien mit älteren Kinder auch gar kein Problem. Unser viereinhalb jähriger Sohn ist den Weg fast komplett gelaufen. Viel Motivation mussten war dazu nicht wirklich nötig. Das Gelände mit Felsen, Wasser und Wald weckt die Abenteuerlust von ganz alleine. Auf dem letzten Abschnitt bis zur Mittelmühle macht es aber Sinn, Kinder an der ein oder anderen Stelle an die Hand zu nehmen. Der Weg ist hin und wieder recht schmal und die Felskante fällt einige Meter senkrecht ab.
Der untere Wegverlauf wird als Jägersteig I bezeichnet und beginnt nur wenige Meter oberhalb der Klumperquelle. Er verläuft auf einer mittleren Hanghöhe, leicht oberhalb des Talbodens. Der schmale Pfad zieht sich dort sanft am Hang entlang, gelegentlich nur fußbreit und quert mehrere felsige und wurzelige Abschnitte. Durch die lichtere Vegetation ergeben sich immer wieder faszinierende Blicke hinunter zur Klumperquelle und auf die ganz Fläche mit den Weihern. Obwohl der Weg nie wirklich ausgesetzt ist hat er aber trotzdem seinen speziellen Reiz.
Der höher gelegene Jägersteig II verläuft deutlich oberhalb des ersten Steigs hinauf zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Tal. Dieser Abschnitt hat einen leicht alpinen Charakter. Es finden sich deutlich mehr felsige Passagen. Beide Wege treffen wenig später wieder aufeinander und der Abstieg hinab auf den Talweg ist stufig und teilweise etwas steiler. Die Gebäude der Mittelmühle sind durch den kaum noch belaubten Wald schon von weitem sichtbar. Das Anwesen wird heute landwirtschaftlich genutz und liegt ruhig am Taleingang. Über die leicht ansteigende Fahrstraße erreicht man in nur wenigen Gehminuten den Ausgangspunkt am Wanderparkplatz.
Highlights, Einkehrmöglichkeiten und Interessantes in der Nähe
Klumpertal
ein kleines, ruhiges Seitental bei Pottenstein in der Fränkischen Schweiz, geprägt von moosbedeckten Felsen und schmalen Pfaden
Jägersteig
ein schmaler, aussichtsreicher Hangpfad, der oberhalb der Klumperquelle durch ruhige den Wald entlang markanter Felswände zurück zur Mittelmühle führt
Pottenstein
ein malerischer Ort in der Fränkischen Schweiz, bekannt für seine mittelalterliche Burg, bizarren Felsformationen und vielfältigen Freizeit- und Naturerlebnisse
Teufelshöhle
die größte Tropfsteinhöhle der Fränkischen Schweiz mit beeindruckenden Felsformationen und kann im Rahmen regelmäßig angebotener Führungen besichtigt werden
Frankenweg
ein 520 Kilometer langer Fernwanderweg durch Franken, der abwechslungsreiche Natur, Kultur und Landschaften miteinander verbindet
Schloss Kühlenfels
eine auf einer Anhöge im gleichnamigen Ort gelegene Schlossanlage, deren Schlosshof regelmäßig für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird
Gasthof zum Knopfloch
ein traditioneller fränkischer Gasthof in Waidach mit regionaler Küche, gemütlichem Biergarten und einfachen Übernachtungsmöglichkeiten
Jugendzeltplatz Altenhof
ein naturnaher Zeltplatz im Klumpertal, der ausschließlich für organisierte Jugendgruppen reserviert ist und eine Feuerstelle, einen Spielplatz, sowie Toiletten & Duschen bietet
Schöngrundsee
ein kleiner, idyllischer See im Weihersbachtal in der Fränkischen Schweiz, der von Wald umgeben ist und zum Entspannen und Spazieren einlädt
Felsenbad Pottenstein
ein idyllisches Naturschwimmbad im Jugendstil, eingebettet vor einer beeindruckenden Felswand, mit chemiefreier Wasserreinigung und gemütlichem Biergarten
Erlebnisfelsen Pottenstein
ein naturnaher Freizeitberg bei Pottenstein der mit Sommerrodelbahnen, Skywalk, Baumwipfelpfad, Hexenbesen und vielen weiteren Attraktionen viel zu bieten hat
Pütlachtal
ein idyllisches, naturnahes Tal in der Fränkischen Schweiz, geprägt von Wäldern, Wiesen, kleinen Flussläufen und zahlreichen markante Felstürmen und Felswänden
Tourinfo
Schwierigkeit
leicht
Streckenlänge
7,8 km
Dauer
2,5 Std
Aufstieg
138 m
Abstieg
140 m
GPS Download


















